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Aber ich mag NICHT!!!

Veröffentlicht von Michaela Nikl am Jul 27. 2016
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Gestern hat mir ein Vater eine spannende Geschichte erzählt. Er war mit seiner Familie auf Urlaub in den Bergen und sie wollten mit der Seilbahn einen Ausflug zum Gipfel machen. Der 10-jährige Sohn hatte bereits am Vortag Bedenken und wollte partu nicht mitfahren, steigerte sich am nächsten Tag so hinein, dass an einen entspannten Familientag nicht zu denken war. Versuche den Buben zum Mitfahren zu bewegen, fruchteten nicht, weder gut zureden oder  Verständnis zeigen, hatten Erfolg. So  entschied sich der Vater spontan für eine andere Strategie. Nachdem er gesehen hatte, dass sein Sohn tatsächlich Angst vor der Seilbahn hatte, sagte er zu ihm: „ Gut, Du hast gewonnen, wir fahren nicht, wir beide bleiben da und Mama und Deine Schwester fahren hinauf zum Gipfel! Du brauchst nicht!“ Entsetzt wollte der Bub nun doch fahren, denn die Aussicht war ein Tag mit einem -  vermutlich übel gelaunten - Papa. Doch der Vater ließ nicht so schnell locker: „Schau es Dir erst mal an, wie die Bahn ausschaut und entscheide Dich dann, wir müssen uns ohnehin erst anstellen, ich will, dass Du Dir auch ganz sicher bist, dass Du jetzt doch mitfahren willst, lass Dir dabei Zeit!“

Sie ahnen es schon, die Familie ist zu 4 hinauf auf den Berg gefahren und der Sohn, der war am Abend ganz stolz, dass er sich letztlich doch getraut hat und ist um eine Erfahrung reicher geworden.

 

Warum ist es so einfach, wenn Kinder selbst entscheiden können und so mühsam, wenn wir versuchen, sie zu etwas zu überreden oder gar zu zwingen?

Es geht dabei um Selbstwirksamkeit – übrigens auch ein Resilienzfaktor, die Fähigkeit auch Krisensituation zu meistern und die innere Balance rasch wieder zu erlangen. Wenn Kinder den Eindruck haben, sie dürfen mitreden, werden gehört oder dürfen sogar selbst eine Entscheidung treffen, so sind sie eher bereit zu kooperieren.

Doch geht es uns nicht genauso, wenn wir in der Arbeit nach unserer Meinung gefragt werden, die Möglichkeit haben, uns einzubringen und mitzubestimmen, dann sind wir mit mehr Begeisterung dabei. Oft verlangen wir von unseren Kindern, was wir selbst nicht bereit sind zu tun, sich auf Unbekanntes einzulassen, vermeintlich gefährliche Situationen locker nehmen oder Dinge zu tun, auf die wir gerade gar keine Lust haben.

Wie mein Sohn, der gerade gar nicht mehr zum Karatetraining gehen mag. Ich habe ihn vor die Wahl gestellt, den doch ziemlich beträchtlichen Betrag bis zum Kursende Anfang November selbst zu bezahlen, dann braucht er nicht mehr hinzugehen. Ich habe ihm aber zusätzlich erklärt, dass es sowohl in der Schule, als auch in meinem Job nicht immer Spaß macht und es gut ist auch mal etwas auszuhalten, was nicht extrem spannend ist. Letztlich die Entscheidung hat am Montag er getroffen. Ohne Murren ist er zum Training mitgefahren und hatte so viel Freude daran, dass er sogar wieder freiwillig zu Hause übt. 

Wofür hat sich Ihr Kind schon mal entschieden, wo konnte es selbstwirksam sein und welche Erfahrung hat es dabei machen dürfen?

Schreiben Sie mir: office@lebenszeichen.biz

Zuletzt geändert am: Jul 27. 2016 um 9:02 AM

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