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Das kann ich schon alleine!

Veröffentlicht von Michaela Nikl am Okt 16. 2015
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Neulich vor der Schule sagte ein Vater zu mir, der auch gerade abgehetzt sein Kind ablieferte:

Er: „ Jetzt beginnt der entspannte Teil des Tages!“

Ich gequält lächelnd: „Ich fahre jetzt in die Arbeit!“

Er: „Ja, eben!“

Obwohl ich dort auch wieder von Kindern umgeben bin, hat er Recht, die eigenen Kinder bringen uns bedeutend schneller an unsere Grenzen, als solche, die uns nicht so nahe stehen.

 

Warum das so ist? Weil sie uns viel näher stehen als fremde Kinder, kennen sie unsere wunden Punkte. Die eigenen Kinder wissen genau, wann wir aufhören ruhig zu bleiben und sie wollen diese Grenzen auch ausloten. Grenzen geben ihnen aber auch Sicherheit, zeigen den Kindern, was richtig und falsch ist und geben ihnen die Möglichkeit sich in den Familienverband und so auch in die Gesellschaft einzufügen.

 

Aber warum reagieren wir manchmal gelassen und dann explodieren wir innerhalb von nur weniger Minuten?

Einerseits ist es sicher Tagesverfassung, komme ich müde und erschöpft vom Kindergarten heim, halte ich sicher weniger aus, als wenn ich am Wochenende ausschlafen konnte. Besser als „Lass mich in Ruhe, Du Quälgeist!“, ist dem Kind zu vermitteln, dass wir abgespannt sind und ein bisschen Auszeit brauchen. „Was könntest Du inzwischen spielen? Ich ruhe mich jetzt eine Viertelstunde aus! Dann bin ich ausgerastet und bin gerne wieder bei Dir.“

 

Aber auch unsere Kinder haben Tage, an denen sie viel erlebt haben, was sie gerne loswerden wollen, sind vielleicht weinerlich, weil sie bei einem Spiel in der Schule ausgeschlossen wurden oder haben sich noch nicht genügend bewegt.

 

Und wir reagieren, wie wir es von unseren Bezugspersonen als Kind gewohnt waren, das was uns vorgelebt wurde, hat uns geprägt. Auch wenn wir damit nicht immer einverstanden waren, haben wir es über Jahre beobachtet und ähnliches Verhalten ruft auch die damaligen Emotionen wieder hervor. Haben wir uns geärgert, wenn unsere kleine Schwester bevorzugt wurde, reagieren wir vielleicht auch bei unseren Kindern so, dass wir unbewusst das jüngere Geschwisterkind übervorteilen und auf den Protest des Älteren grantig werden. Oder wir durften als Kind nicht reden, wenn die Erwachsenen am Wort waren und es macht uns rasend, wenn der 6-Jährige ständig dazwischen plappert oder die 8-jährige Tochter das letzte Wort hat.

 

Mein Sohn hat in den letzten Wochen meinen wunden Punkt des Zu-spät-kommens gedrückt. Ich hatte lange Zeit die Angst irgendwohin unpünktlich zu sein, weil es mir schrecklich peinlich war, wenn alle Augen auf mich gerichtet waren und ich dann mit hochrotem Kopf mir meinen Platz gesucht habe. Mein Sohn neigt allerdings auf meine Versuche, ihn anzutreiben und schneller zu machen, noch einen Gang langsamer zu schalten, bis hin, dass ich meinen fast 7-Jährigen begonnen habe, wieder anzuziehen. Letzte Woche hatten wir das Belohnungssystem mit Pickerln eingeführt, also positive Verstärkung, wenn wir rechtzeitig außer Haus gekommen sind. Was allerdings noch besser funktioniert ist, dass wir seit 2 Tagen mit dem Bus gemeinsam mit seinen Schulfreunden fahren. Ich habe nämlich sein anfängliches: „Mama ich kann auch schon alleine in die Schule gehen!“ nicht ernst genommen, weil er ja alleine mit dem Fahrrad noch nicht fahren darf. Was ich nicht bedacht habe, dass er wieder einen Schritt selbstständiger sein möchte und dazu gehört auch alleine in die Schule zu gehen. Auch wenn es schwer fällt, bringe ich ihn morgen nur zum Bus und er wird ohne mich einsteigen und nächste Woche testen wir auch, dass er den Weg zur Bushaltestelle alleine nimmt.

Kindlicher Protest kommt auch, wenn sie möchten, dass wir ihnen wieder ein Stückchen mehr zutrauen!

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit Konflikten mit Ihren Kindern rund um ihre Selbstständigkeit?

Schreiben Sie mir: office@lebenszeichen.biz

 

 

Zuletzt geändert am: Nov 13. 2015 um 4:00 PM

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